Lebensmittelrecht: Verpackung – Rechtliche Grundlagen

Die Verordnung Verordnung (EU) Nr. 1935/2004 über Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, legt die allgemeinen rechtlichen Bedingungen für Lebensmittelverpackungen fest.
Darüber hinaus gibt es Einzelvorschriften für bestimmte Materialien. Diese betreffen sowohl den Herstellungsprozess als auch die erlaubte Zusammensetzung.

Allgemeine Regeln

Die Verordnung (EG) Nr. 2023/20062 legt allgemeine „Regeln für die Gute Herstellungspraxis“ (Good Manufacturing Practice (GMP)) fest.
Sie sichert gewährleistet Qualität, Sicherheit und Angebotsvielfalt von Lebensmitteln durch deren Verpackung.

Lebensmittelverpackungen haben eine

– Schutzfunktion (vor Licht, Feuchtigkeit, Verunreinigungen, Beschädigungen)
– Lagerfunktion
– Transportfunktion (Lesen Sie alles über Lebensmittel-Transporte)
– Werbefunktion (als Träger von Lebensmittelinformationen und Werbung).

Gute Herstellungspraxis

Von Lebensmittelbedarfsgegenständen dürfen keine die Lebensmittelsicherheit gefährdenden Stoffe auf Lebensmittel übergehen.
Die Materialien für Verpackungen von Lebensmitteln müssen daher nach festgelegten Vorgaben erfolgen.
Die Vorgaben werden im Rahmen dokumentierter Qualitätssicherungs-Systeme festgelegt.

Geeignete Materialien sind i.d.R.

– Kunststoff,
– Glas, Papier
– Pappe
– Aluminium
– Weißblech

Spezifische Vorschriften und Beschaffenheitsvorgaben im Sinne der Rahmenverordnung (EU) Nr. 1935/2004 gibt es nur für einzelne Materialgruppen, z.B. für Keramik, regenerierte Cellulose und die große Gruppe von Kunststoffen.

Rechtliche Anforderungen

Informationsfluss in der Lieferkette (Rückerfolgbarkeit) sowie Verbraucherinformationen (Lesen Sie hier alles über Kennzeichnung) müssen rechtssicher gewährleistet sein.

Konformitätserklärung

Durch Konformitätserklärungen weist der Unternehmer die Einhaltung der Vorschriften nach.
Er stützt sich dabei auf geeignete Unterlagen, die er den zuständigen Behörden auf Verlangen zur Verfügung stellt.
Bei sog.„Einzelmaßnahmen“ (spezifische Materialregelungen) sind Konformitätserklärungen verpflichtend vorgesehen.

Modified Atmosphere Packaging

Verpackungsgase hemmen die Vermehrung natürlicher Bakterien auf dem Nahrungsmittel.
Sie unterstützen die Wirkung von Hygienemaßnahmen sowie die Einhaltung der Kühlkette.
Die beim Modified Atmosphere Packaging (MAP) eingesetzten Gase entsprechen besonderen Reinheitskriterien. Sie werden wie Lebensmittel bzw. Lebensmittel-Zusatzstoffe behandelt. Das dabei verwendete Gasgemisch ist

– Kohlendioxid (CO2)
– Stickstoff (N2)
– Sauerstoff (O2)

Im Einzelnen: Kohlendioxid hemmt Vermehrung von Bakterien und Pilzen, Sauerstoff hemmt das Wachstum von anaeroben Mikroorganismen (Verderbniserreger bei Fleisch) und dient der Farberhaltung von rotem Fleisch (verzögert graubraune Verfärbung).